Tierheim Kunhegyes – Endstation Sehnsucht?


Nach der langen Anreise im Auto und einer wohlverdienten Nachtruhe geht es mal wieder zum Tierheim Kunhegyes. Wir beide brechen voller Tatendrang auf, um nach den Hunden zu sehen und viele schöne Fotos zu machen. Die Sonne strahlt vom Himmel; perfektes Wetter für eine Fotosession. Die lieben Fellnasen haben allerdings andere Prioritäten – sie freuen sich riesig, dass sie aus den Zwingern geholt werden und ein wenig menschliche Aufmerksamkeit bekommen. Wir machen weniger Fotos als gedacht und verbringen viel Zeit damit, mit den Hunden zu spielen. Natürlich nutzen wir die Gelegenheit auch, um die Tiere gründlich zu bürsten. Viele Hunde, viel bürsten – die Stationshelfer und wir sind alle beschäftigt.

Es sind wieder wunderschöne Fellnasen im Tierheim Kunhegyes. Es bricht einem das Herz, sie in ihren Zwingern zu sehen, sehnsüchtig bettelnd um jede kleinste Zuneigung von Menschenhand. Wie lange wird zum Beispiel Neuzugang Hercules auf ein Für-immer-Zuhause warten müssen? Der Jungrüde besteht buchstäblich aus Fell, Haut und Knochen und schleppt sich mit müdem Gang vorwärts, wie ein alter Hund. Liebe Fellnase, was magst Du wohl alles durchgemacht haben in Deinem erst kurzen Leben?!

Nach getaner Arbeit dürfen wir das Tierheim Kunhegyes verlassen, die Hunde müssen bleiben. Für uns geht es weiter zu Gizi, dem privaten Tierheim. Was für ein Unterschied, ganz andere Verhältnisse. Etwa ein halbes Dutzend Hunde leben hier zusammen mit der Familie im Haus mit eigenem Garten. Natürlich deckt Gizi wieder Kaffee und selbstgebackenen Kuchen auf. Missy und Ledi kommen neugierig zu uns und man merkt den beiden an, dass sie ganz anders sozialisiert und erfüllt sind, als die Hunde im Tierheim Kunhegyes. Paradiesische Zustände, in einem Land, in dem Straßenhunde froh sein müssen überlebt zu haben und in einer Auffangstation gelandet zu sein.

Morgen werden wir wieder unsere Schützlinge in Kunhegyes besuchen. Wir wollen mit so vielen Hunden wie möglich spazieren und baden gehen, ihnen die Welt außerhalb der Gitterstäbe zeigen. Auch wenn so manch ein Hund aufgrund seines Alters, seines Gesundheitszustandes oder weil er „schwierig“ ist, hier an der Endstation angelangt ist, möchten wir grade auch den schwer vermittelbaren Fellnasen einen kleinen Augenblick Glück schenken.

In diesem Sinne,
Eure Denise und Vanessa