Reisetagebuch Kunhegyes 05.Mai 2016


(K)ein Tag wie jeder andere in Kunhegyes

Ein weiteres Kapitel im Reisetagebuch, das auch den Titel „Welpen, Welpen, Welpen und kein Ende in Sicht“ tragen könnte. Wie bereits gestern, fahren wir direkt nach dem Frühstück zur Station. Der kleine schwarze Welpe hat die Nacht überstanden. Überglücklich sehen wir dem Besuch des Tierarztes entgegen, der sich für heute Morgen angekündigt hat. Grade reinigen wir die ersten Zwinger, als Böbe, eine ehemalige Stationshelferin, vorbeikommt. Sie hat ein kleines Welpenmädchen im Arm. Die Fellnase wirkt mitgenommen und verschüchtert, außerdem stimmt etwas nicht mit ihrem Hinterbein.

Endlich kommt Dr. Vörös und wir können ihm die Findlinge der letzten 24 Stunden vorstellen. Vorsichtig werden die Drei untersucht. Er diagnostiziert einen Knochenbruch bei dem Welpenmädchen. Also Hund ins Auto und ab in die Tierklinik nach Eger, ca. 80 km und 1,5 Stunden Autofahrt durch die Puszta entfernt. Damit es sich auch lohnt, nehme ich gleich alle drei Fellnasen mit. Selina bleibt in der Station um Mesi und Feco behilflich zu sein.

In der Tierklinik wird die kleine Hündin mit dem Bruch schlafen gelegt und geröntgt. Dabei zeigt sich, dass sie einen alten, unbehandelten Bruch am Oberschenkel und einen neuen, kleineren Bruch etwas tiefer am Bein hat. Die Ärzte gehen davon aus, dass dieses hilflose Wesen getreten wurde. Man ist sich nicht ganz sicher, ob der alte Bruch zufriedenstellend behandelt werden kann, aber will es versuchen. Ich stimme der OP natürlich zu, die 150 Euro aus der Vereinskasse sind es mir wert. In Deutschland würden wir nicht so günstig wegkommen. Die beiden Überlebenskünstler von gestern sind soweit gesund und bekommen eine Wurmkur. In einer Woche wird dann geimpft.

Eine Stunde soll ich warten, bis die Fellnase aus der OP kommt. Endlich haben meine Hunde, die mich auf dieser Reise begleiten, die Gelegenheit mit mir spazieren zu gehen. In all dem Trubel kommt mein Rudel ein bisschen kurz, aber sie ertragen es ohne Murren, als wüssten sie, dass es hier ständig um Leben oder Tod geht.

Als ich wieder in die Tierklinik komme, überreicht man mir ein Bündel Hund. Der Fellnase wurde der Oberschenkelbruch mit einer Metallplatte fixiert. Ab ins Auto und 1,5 Stunden Rückfahrt antreten. In Kunhegyes angekommen haben wir die Kleine Tünde getauft, weil unsere Stationshelferin Tünde auch grade einen Beinbruch hat. Der Rest des Tages verläuft zum Glück weniger dramatisch. Wir nehmen Tünde mit zu uns ins Ferienhaus, wo sie jetzt im Körbchen liegt und schläft und schläft. Du bist in Sicherheit mein Kleines, alles wird gut.

Was für ein Tag! Für uns eine Achterbahnfahrt der Gefühle, ist es für die Tierschützer vor Ort ein Tag wie jeder andere.

Müde und erschöpft senden wir liebe Grüße in die Heimat. Schlaft gut!

Iris und Selina