Pechvogel Alex


Eigentlich heiße ich einfach nur Alex, aber da wo ich jetzt wohne nennen mich alle Pechvogel Alex. Persönlich bin ich froh ein Dach über dem Kopf zu haben und mit netten Menschen, Hunden und Katzen zu wohnen. Aber der Reihe nach…

Auf der Straße geboren

Im vergangenen Jahr wurde ich von Familie Kovacz in Ungarn von der Straße geholt. Ich war ein Streuner, ein abgemagerter Welpe mit Hautproblemen. Die netten Menschen haben mich gleich zu einem Tierarzt gebracht und gut versorgt. Endlich konnte ich mich satt essen. Es dauerte nicht lange und ein Zweibeiner-Pärchen entdeckte mich auf der Paradies für Tiere Webseite. Im Juni 2016 wurde ich adoptiert. Es war spannend in meinem neuen Zuhause in der Schweiz. Meine Hautkrankheit war zwar ausgeheilt, aber mein Immunsystem leider noch sehr schwach. Meine neuen Menschen fühlten sich der Verantwortung nicht gewachsen und bald darauf musste ich wieder mein Köfferchen packen. Iris vom Paradies für Tiere nahm mich bei sich Zuhause auf. Bei ihr gab es so viele Hunde und Katzen, dass ich den ganzen Tag beschäftigt war und Abends selig eingeschlafen bin,

Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste

Iris bekam viele Anfragen für mich, ich bin ja auch ein reizendes Kerlchen mit viel Charme und Esprit. Aber ich habe meine Eigenarten und brauche deswegen Menschen, die Hunde wie mich verstehen und führen können. Man nennt mich zwar Pechvogel Alex, aber ich bin jung und kann noch so viel lernen. Ich brauche einfach nur Zeit und einen geduldigen, konsequenten Zweibeiner, dem ich vertrauen kann. Dann kann ich zeigen, was für ein toller Hund ich bin! Iris sagt, es sei wichtig die Karten auf den Tisch zu legen, was immer das genau zu bedeuten hat. Ich glaube sie meint, ich soll mehr von mir erzählen. Also: männliche Zweibeiner mag ich gar nicht und überhaupt kann ich Fremden nicht viel abgewinnen. „Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste.“ sagen die Menschen und genau das habe auch ich bereits als Welpe gelernt. Hunde mag ich, mit anderen Fellnasen zu toben ist super!

Das große Los, die Zweite

Iris hat dann sehr viel telefoniert und über mich gesprochen. Ich wurde von einem anderen jungen Paar entdeckt, das bereits einen Hund vom Verein adoptiert hatte. Sie waren glücklich mit ihrem Ersthund und wollten mir eine Chance geben. Sie versprachen gut auf mich aufzupassen und sich ganz viel Mühe mit mir zu geben. Im September 2016 bin ich wieder in die Schweiz gereist und habe mich ziemlich schnell an meinen Hundekumpel und die Zweibeiner gewöhnt. Meine Menschen sagten, ich sei eine Handvoll, aber liebten mich und kümmerten sich rührend um mich. Und dann die Wende, wie es oft ist mit jungen Zweibeiner-Pärchen, es kündigte sich menschlicher Nachwuchs an. Aufgrund der veränderten familiären Situation fanden meine Menschen, dass sie mir nicht mehr gerecht werden konnten. Traurig musste ich wieder mein Körbchen, meinen Futternapf und meine Knochen packen und in eine Pflegestelle reisen, Zum Glück bin ich wieder bei Iris gelandet, das Zuhause kenne ich schon!



Lass die Hoffnung siegen über die Angst

Da bin ich nun, Pechvogel Alex, mal wieder auf der Suche. Obwohl ich immer noch mein unbeschwertes jugendliches Gemüt habe, gibt es Momente, in denen ich mich frage, ob es jemals ein Für-immer-Zuhause für mich geben wird. Meine bisherigen Erfahrungen haben mich gelehrt, dass Hund sich besser nicht zu sehr auf Zweibeiner einlassen sollte, die sind einfach zu unberechenbar. Persönlich ignoriere ich Fremde, sehe zu alleine zurechtzukommen und gebe nicht viel auf das, was die Menschen mir sagen. Ich bin mein eigener Herr! Da müsste schon jemand viel Überzeugungsarbeit leisten, damit ich mich öffne und mich an ihn binde. Meine Zuneigung und meine Loyalität muss Mensch sich verdienen, so ist das. Ich bin keine Fellnase, die gefallen will und sich für ein paar Streicheleinheiten anbiedert.

Iris sagt, um zu wissen, was einem entgeht, muss man als Fellnase erstmal lernen, dass es eine Mensch-Hunde-Bindung gibt. Und, dass dieses emotionale Band eine Tiefe haben kann, für die es sich lohnt sich anzustrengen. Solange ich aber alleine am besten zurechtkomme, sehe ich keinen Sinn darin, mich auf Zweibeiner einzulassen und auf Männer schon mal gar nicht!

Ich bin zu alt, um nur zu spielen, zu jung, um ohne Wunsch zu sein

Iris will es noch ein letztes Mal versuchen. Wer sich für mich interessiert, der soll sich für immer verpflichten. Solange, bis ich eine graue Schnauze sein werde und nach einem langen, glücklichen Hundeleben zufrieden einschlafe, Wenn sich niemand dazu in der Lage sieht, darf ich bei Iris bleiben. Dann gibt es keinen Pechvogel Alex mehr, sondern nur noch Fellnase Alex, die bleiben darf. Die Nachbarn rollen zwar immer mit den Augen, wenn Iris uns spazieren führt, immerhin leben vier eigene Hunde und immer auch Pflegehunde bei ihr, aber das ist Iris egal. Sie sagt, die Hauptsache sei, dass es mir gut gehe, Nett, oder? Allerdings meint sie, es wäre schon super, wenn ich meinen Menschen finden würde. Iris hat eine Wunschliste geschrieben und mich gebeten, sie mit Euch zu teilen.

  • Mein Für-immer-Mensch darf nicht zu weit weg wohnen
  • Muss mindestens 100mal zu Besuch kommen
  • Möglichst bereits einen souveränen Hund an seiner Seite haben
  • In sich ruhen und Geduld im Umgang mit Hunden haben
  • Viel mit mir spazieren gehen

Wer sich für mich entscheidet, bekommt einen super hübschen kastrierten Rüden, intelligent, lebhaft, eigenwillig und frech. Voller Tatendrang bin ich und ein echter Houdini, wenn es um das Befreien vom Geschirr geht. „Ich bin dann mal weg!“ ist mein Motto und kein Zweibeiner konnte mich bisher überzeugen, dass es an seiner Seite am schönsten ist. Kannst Du es? Dann melde Dich gleich mal bei Iris, mal hören, was sie zu sagen hat.