Josephines Bericht über ihr 3 wöchiges Praktikum in Ungarn….


Mein Name ist Josephine, ich bin 16 Jahre alt und ich habe diesen Winter drei Wochen in Ungarn verbracht. Ich habe dort ein Praktikum gemacht und gelernt, was es bedeutet aktiv im Tierschutz zu arbeiten. Ich bin schon mit Hunden aufgewachsen und wusste, wie es bei einem Rudel zugeht, doch Ungarn hat mein Wissen erweitert, ich hatte mit viele Hunden zu tun und habe viele Erfahrungen gemacht, manche Erlebnisse während meines Praktikums haben mich geprägt, andere haben mich zum Lächeln gebracht.

Ich war schon einmal vor Jahren in einem ungarischen Tierheim, ich weiß noch genau, wie schrecklich ich die viele Käfige und vor allem den ständigen Stress durch die Lautstärke fand. Mich hat erschreckt wie viele Hunde dort sind und wie fremd mir die Haltung war, wie unmenschlich sie auf mich wirkte.

Doch in meiner Zeit 2018 in Ungarn habe ich vieles verstanden. Dass die Menschen keine andere Möglichkeit haben die Hunde unterzubringen, weil es so viele sind. Für manche Hunde ist die Kette viel besser als der Kennel, sie haben Ticks bekommen und sind durchgedreht, für sie war die Kette, wie schrecklich ich es auch finde, einfach die bessere Lösung.

Doch bei all den schlimmen Dingen die ich gesehen habe, die ich nicht aushalten wollte, weil sie einem in der Seele schmerzen, habe ich auch wunderbare Dinge erlebt, wie die Hunde aufblühen, wie freundlich die kläffenden Tiere in den Kennel sein können, wie verschmust sie sind und wie tapfer sie durchhalten.

 

Es war eine Freude zu sehen wie die Welpen herumtobten und miteinander spielten, wie sie sich im Stroh ausstrecken oder sich immer wieder in Abenteuer stürzten.

Ich habe traurige, ängstliche und aggressive Hunde erwartet, die in kleinen Käfigen mit tottraurigem Blick zu mir aufsehen, was ich bekam war eine geballte Kraft an Lebensfreude und Verschmustheit die kaum zu bändigen war.

Ich bin einigen Hunden nahegekommen und habe mich in sie verliebt, so gerne hätte ich sie aus ihrem Zustand befreit, mit nach Deutschland genommen und ihnen eine tolle Familie gesucht, doch mein Alter und die Situation zu Hause haben es mir zu meinem Leidwesen nicht ermöglicht.

Das Gefühl zu wissen, was für wunderschöne und einzigartig gute Hunde es in Ungarn gibt, die einfach übersehen und von einem Rassenhund verdrängt werden ist traurig und auch wenn ich weiß, dass ich nicht jeden Hund retten kann, so versuche ich es dennoch.

Und genau das habe ich getan, ich habe ihnen ein schönes neues Heim mit vielen neuen Freunden ermöglicht, sie können frei auf einem Bauernhof herumtoben und ihr Leben genießen, während wir ihnen ein Zuhause suchen in dem sie auch für den Rest ihres Lebens glücklich sein können.

 

Wir waren oft beim Tierarzt, haben so viele Hunde es geht aufgenommen, chipen und impfen lassen und auf die Homepage gestellt. Wir haben viele Hunde kastriert oder Bluttests gemacht um sie so schnell wie möglich in ihr endgültiges Zuhause zu schicken um einen anderen Hund aus seiner Hölle holen zu können.

Ich weiß, dass ich Gutes getan habe als ich in Ungarn war, dieses Gefühl macht mich glücklich, und auch wenn es nicht jeder Hund in sein Zuhause schafft, sondern den Weg über die Regenbogenbrücke einschlagen muss, so denke ich doch, dass es auch für jeden von ihnen ein schönes Gefühl ist, zu wissen das jemand versucht hat ihm zu helfen, dass jemand ihn gesehen hat und an ihn denkt, wenn er gegangen ist.

 

Ich kann die Menschen dort bei ihrem Handeln nicht verstehen, niemals könnte ich einem Tier solches Leid zufügen, aus welchem Grund auch immer. Man muss den Menschen von Grund auf klarmachen, was sie tun, was sie fühlenden und liebenden Wesen antun die sich kläglich an ihr Herrchen klammern, weil sie sonst niemanden haben und trotz Schmerzen immer wieder zu ihm zurückkehren würden.

Man muss den Menschen nicht seinen Willen aufzwingen, nur ihnen ihre Augen öffnen und zeigen wie die Welt für ihren Hund ist, um etwas an der jetzigen Situation ändern zu können.

 

Ich hoffe ich kann Einige dazu animieren auch Gutes tun zu wollen und ein Praktikum bei Paradies für Tiere e.v. machen zu wollen, denn ein Held zu sein bedeutet Gutes zu tun, für wen man ein Held ist, ob Mensch oder Tier ist nicht wichtig, es zählt das Gefühl, dass es in einem auslöst…

 

Josephine T. D.