Höhen und Tiefen


In jedem Projekt gibt es gute und ungute Phasen. Erfolge und bittere Niederlagen. Leider mussten wir in unserem Projekt Kunhegyes gerade eine sehr ungute Phase erleben, welche uns stellenweise immer noch fassungslos sein lässt.

Mit einem unermüdlichen Einsatz hier und Vorort, welchen wir Euch immer wieder in zahlreichen Beiträgen dokumentiert haben, haben wir in Kunhegyes viele sichtbaren Verbesserung für die Hunde geschaffen.
Parallel haben wir lange Bemühungen hinter uns, eine kooperative Zusammenarbeit mit der Stadt (in Person des Bürgermeisters) zu schaffen, an deren Ende die Übernahme der ehemaligen Tötung durch unseren Verein stand. Dies wurde uns seitens des Bürgermeisters im Juni 2017 mündlich zugesagt, worauf entsprechende Verträge erarbeitet und an diesen geschickt wurden.

Zu unserem großen Schock, wurde über unseren Kopf hinweg die Station in Kunhegyes Ende September von Mesi, der ehemaligen Stationsleitung quasi über Nacht geräumt. Mesi hatte uns gegenüber zum 18.03.2017 ihren Rücktritt aus der Station erklärt und diese seither auch nicht mehr betreten geschweige denn sich um die sich in der Station befindlichen Hunde gekümmert. Nun sorgte sie in einer Nacht- und Nebelaktion und mit brachialer Gewalt uns gegenüber dafür, dass sogar vermittelte Hunde sowie Teile unseres Inventars plötzlich wie vom Erdboden verschluckt waren. Bis zum heutigen Tage wissen wir nicht, wo sich unsere ehemaligen Schützlinge und Gerätschaften befinden, ein Gedanke, welcher uns schier verzweifeln lässt. Selbst der Bürgermeister, der uns immer empfing und für unsere Belange empfänglich schien, hüllt sich nun in Schweigen. So ist nun die große erhoffte Bewegung nach vorne in Kunhegyes scheinbar nicht möglich. Wir wollten dort u.a. auch durch Kastrationsaktionen, Hilfe vorort bei tierlieben Menschen, welche sich eigentlich kein Tier leisten können sowie durch Aufklärungsarbeit eine Deusch-Ungarische Partnerschaft zum Wohle der Tiere aufbauen.

Nach den Vorkommnissen der letzten Tage verliert die Stadt Kunhegyes mit uns nun einen engagierten Partner, der große Hoffnung hatte, gemeinsam etwas zu bewegen. Menschen auf der einen Seite zwar mit den Verhältnissen dort, aber auch mit den schönen Seiten der Gegend zu konfrontieren. Kunhegyes den Menschen in Deutschland nahe zu bringen und auf der anderen Seite den Menschen in Ungarn den Respekt den Tieren gegenüber zu vermitteln. Aber wohl ist diese Stadt noch nicht soweit, was uns nach all unseren Bemühungen dort sehr traurig stimmt. Auch die Art und Weise, vor allem der ehemaligen Stationsleitung macht uns fassungslos. War sie es doch, welche im März einfach von einem Tag auf den anderen das Handtuch warf.

Mittlerweile haben anerkannte Tierschützer in Ungarn von unserer Misere Wind bekommen und die ganze Geschichte in die ungarische Presse und das Radio vor Ort gebracht, so dass nun viele Helfer sehr darum bemüht sind, dass alle unsere ehemaligen Schützlinge gut versorgt auf Pflegestellen sind, bis sie ihr Zuhause finden.

Wir bemühen uns, wenn auch in angepasster Form, unser Projekt evtl. an anderer Stelle der Region weiter zu führen. Wir werden Euch zu gegebener Zeit natürlich darüber auf dem Laufenden halten. Aus unserem Projekt Kunhegyes 2017 würde dann das Projekt „ein Platz im Paradies für Tiere“ werden. Alle Spendengelder des Projektes werden hier natürlich weiter eingesetzt und wir möchten auch weiterhin durch viele Beiträge und Aktionen die Transparenz in unserer Arbeit wahren. Bitte genehmigt uns aber einen Moment des Innehaltens, bevor wir mit voller Kraft wieder für die Straßenhunde dasein werden. Trotz zahlreicher herber Rückschläge im Jahr 2017 lassen wir uns nicht entmutigen.
Euer Paradies für Tiere Team